Barbara Paech, Astrid Kiehn
 
 
 
Frauen an der Fakultät
 

Aktuelle Zahlen

Die Zahlen sind nicht gerade ermutigend: Seit Einrichtung des Informatik-Studiums an der TUM hat sich erst eine Frau habilitiert, der Anteil der Frauen unter den Studierenden im ersten Semester lag nie über 25 %, inzwischen sind es nur etwa 10 %. Die TUM steht mit diesen Zahlen allerdings nicht allein. In Deutschland sieht es an anderen Hochschulen ähnlich aus.

Allerdings gibt es auch europäische Länder, in denen Frauen die Hälfte der Informatik-Studierenden ausmachen, wie beispielsweise Italien. Dies zeigt, daß der geringe Frauenanteil nicht zwangsläufig für das Fach Informatik gilt, sondern die Ursachen in der speziellen Situation an den deutschen Hochschulen und in dem speziellen Bild der Informatik in der deutschen Gesellschaft zu suchen sind.
 

Frauenbeauftragte

Wie an allen bayerischen Universitäten vorgeschrieben, gibt es auch an unserer Fakultät eine Frauenbeauftragte. Die Grundordnung der TUM legt dazu im Paragraph 17 fest:

Seit 1995 gibt es an der TUM auch Gleichstellungsrichtlinien, die Näheres zur Stellenbesetzung, zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses, zum Schutz vor sexueller Diskriminierung und Belästigung, zur Vereinbarkeit von Familie und Ausbildung bzw. Beruf und anderen Fragen in Lehre und Studium regeln.

1996 hat die Fakultät speziell auf die Situation in der Informatik eingehende Richtlinien erarbeitet.
 

Der Alltag

Die Frauen an der Fakultät haben also in der Frauenbeauftragten eine Ansprechpartnerin und Interessensvertretung. Wichtig für ein erfolgreiches Studium und eine wissenschaftliche Laufbahn sind aber auch das soziale Klima, das Gefühl gleichberechtigt und akzeptiert unter den vielen Männern zu studieren und zu arbeiten. Um einer Vereinzelung entgegen zu wirken, veranstalten wir regelmäßige Treffen zum Kennenlernen, Diskutieren und Planen von Aktivitäten. Wir achten darauf, daß Studentinnen nicht als einzige Frau in eine Übungsgruppe eingeteilt werden. Frauen, die neu an die Fakultät kommen, werden auf diese Aktivitäten und diverse Informationsmöglichkeiten (z.B. Literatur über "Frauen und Informatik" in der Bibliothek oder Aushänge über Veranstaltungen wie Rhetorik-Kurse für Frauen) hingewiesen.

Dieses "Netzwerk" zwischen Studentinnen, Wissenschaftlerinnen und Dozentinnen ermöglicht uns auch, ganz allgemeine Anregungen aufzugreifen. So haben wir für Erstsemester - nicht nur Frauen - Rechnereinführungskurse eingerichtet, die einen Ausgleich schaffen bzgl. der doch sehr unterschiedlichen Vorerfahrung mit dem Computer.
 

Immer weniger Studentinnen

Die Aktivitäten an der Fakultät haben leider nur geringen Einfluß auf die sinkenden Studentinnenzahlen. Wo immer möglich (z.B. bei Studieninformationstagen an der Fakultät oder auf dem Mädchen-Technik-Tag), weisen wir darauf hin, daß Informatik ein für Frauen sehr attraktives Studium ist. Das kann aber das, leider unter Jugendlichen besonders verbreitete, Bild des Hackers, der seinen PC in- und auswendig kennt, nicht korrigieren. Es ist natürlich richtig, daß in Studium und Beruf Rechnerkenntnisse nötig sind. Im Berufsalltag geht es oft um die Entwicklung anwendungsgerechter Software-Systeme. Dafür müssen in Zusammenarbeit mit Kundinnen und Kunden bestehende Arbeitsabläufe erfaßt und darauf aufbauend Konzepte für die Unterstützung durch Softwaresysteme entwickelt werden.
 

Und in der Zukunft?

Der Frauenanteil in der Informatik ist gering und fallend. Die wenigen Frauen, die ein Informatikstudium beginnen, absolvieren es genauso erfolgreich wie ihre männlichen Kommilitonen. Ihre "typisch weiblichen" Eigenschaften (Stichwort soziale Kompetenz) qualifizieren sie aber zusätzlich für die Arbeit in der Praxis. Dies wird zunehmend in der Öffentlichkeit diskutiert und führt hoffentlich wieder zu einem höheren Frauenanteil, auch an unserer Fakultät.
 

Weitere Informationen

Frauenbeauftragte: Christine Röckl, Angela Bücherl und Barbara König
Email: frauenbeauftragte@informatik.tu-muenchen.de
WWW: http://www.informatik.tu-muenchen.de/fak_info/frauenbeauftragte/
 
 
 


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Copyright © 1998 Institut für Informatik, Technische Universität München
Anke.Lünsmann@informatik.tu-muenchen.de
Erstellt: 1998-03-23
Letzte Änderung: 1998-05-19