
"Als der Geldhahn 1987 für die Informatik [in Hamburg] zugedreht wurde, beschloß Professor Wilfried Brauer dorthin zu wechseln, 'wo man stets und in allem der Beste sein will' - er ging an die TU München."
So schrieb das Hamburger Abendblatt, als Brauer die Ehrendoktorwürde
der Universität Hamburg verliehen wurde.
Beim Festkolloquium anläßlich der Verleihung wurde gerühmt, daß Wilfried Brauer 1971 der erste Informatik-Professor in Hamburg war und daß er das Institut für Informatik und später den Fachbereich aufgebaut hatte. Gerühmt wurde aber auch Brauers Wirken im internationalen Raum, das besonders in seine Münchner Zeit fällt: 1985 wurde er (der 1977-1979 Vorsitzender der GI war) Vorsitzender des IFIP-Beirats der GI und Vertreter Deutschlands in der General Assembly der International Federation for Information Processing (IFIP), deren Vizepräsident er 1994 wurde und derzeit noch ist. Des weiteren wurde hervorgehoben, daß Brauer 1973 in den Council der kurz zuvor gegründeten European Association for Theoretical Computer Science (EATCS) gewählt wurde. 1985-1991 war er deren Vizepräsident, 1991-1997 ihr Präsident. Brauers Verdienste für Publikationen und Tagungen der GI, der IFIP und der EATCS (ICALP) sind weithin bekannt.
Die Laudatio von Rüdiger Valk faßte die Bereiche der vielfältigen wissenschaftlichen Aktivitäten von Wilfried Brauer, der kürzlich auch zum Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften gewählt wurde, zusammen: Gruppentheorie, Berechenbarkeit, endliche Automaten, topologische Automaten, formale Sprachen und Komplexität, Petri-Netze, verteilte Systeme und Theorie der Nebenläufigkeit, künstliche Intelligenz. Sie erwähnte auch lobend Brauers Talent, junge Menschen an die Wissenschaft heranzuführen und ihren Eifer zu wecken, ihre Fähigkeiten zur Entfaltung zu bringen.
Friedrich L. Bauer
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Copyright © 1998 Institut für Informatik, Technische Universität München
Martina.Crasovschi@informatik.tu-muenchen.de
Erstellt: 3.3.1998
Letzte Änderung: 7.9.1998